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LH Stelzer/LRin Langer-Weninger: 400 Jahre Bauernkrieg: Gedenken im Schloss Gschwendt

Anlässlich des 400. Jahrestages des Oberösterreichischen Bauernkriegs wurde im Schloss Gschwendt in Neuhofen an der Krems ein Kranz zum Gedenken an die Opfer niedergelegt. Die Gedenkveranstaltung erinnert an eine der prägendsten Auseinandersetzungen der oberösterreichischen Geschichte. 

400 Jahre später erinnern wir an die Opfer des Bauernkriegs und an ein dunkles Kapitel unserer Landesgeschichte. Geschichte können wir nicht ändern, aber wir können uns mit ihr auseinandersetzen und Erkenntnisse für die Gegenwart übernehmen. Demokratie, Dialog und Zusammenhalt sind keine Selbstverständlichkeit – sie sind ein Auftrag an uns alle.“

Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer

 

Oberösterreichs Bäuerinnen und Bauern haben die Geschichte unseres Landes über Jahrhunderte geprägt. Auch heute tragen unsere Bäuerinnen und Bauern große Verantwortung für die Versorgung mit Lebensmitteln, unsere Kulturlandschaft und einen lebendigen ländlichen Raum. Dafür verdienen sie unsere Wertschätzung und faire wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Das Gedenken an 1626 erinnert uns daran, wie wichtig Dialog, Beteiligung und sozialer Zusammenhalt für eine stabile Gesellschaft sind.“

Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger

Zum Bauernkrieg
Im Jahr 1626 führten wirtschaftliche Not, soziale Ungleichheit, politische Fremdbestimmung und religiöse Konflikte zu einem gewaltsamen Aufstand. Harte Arbeit, Armut und Abhängigkeit prägten das Leben der bäuerlichen Bevölkerung. Dazu kamen die Folgen des Dreißigjährigen Kriegs, Krankheiten und klimatische Verschlechterungen. Der nur wenige Monate dauernde Bauernkrieg forderte zahlreiche Opfer und hinterließ tiefe Spuren in der Geschichte und Erinnerungskultur Oberösterreichs. Auch Neuhofen an der Krems war ein Schauplatz der Kämpfe. Am 17. August 1626 endeten die Auseinandersetzungen in der Region mit einer Niederlage der Aufständischen.

Geschichte als Auftrag für die Gegenwart
Die Ursachen des Bauernkriegs zeigen, welche Folgen es haben kann, wenn wirtschaftlicher Druck, gesellschaftliche Gegensätze und das Gefühl fehlender Mitsprache über lange Zeit wachsen. Heute stehen demokratische Institutionen, soziale Absicherung und der offene politische Dialog zur Verfügung. Dennoch bleibt der Auftrag, Anliegen ernst zu nehmen und gesellschaftliche Spaltungen nicht zu vertiefen.

communale oö 2026
Die dritte Ausgabe der communale oö widmet sich von April bis November an 27 Orten dem Bauernkrieg von 1626. Das Leitmotiv lautet „Mut“. Das vielfältige Programm verbindet historische Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Theater, zeitgenössische Kunst, Musik, Literatur, Diskussionsveranstaltungen, religiöse Formate und Angebote für Familien eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Geschichte.

Zentraler Bezugspunkt ist die Ausstellung „Bauernkrieg 1626 – Zwischen Geschichte und Fiktion“ im Schlossmuseum Linz. Sie läuft bis 7. Jänner 2027 und untersucht, wie historische Ereignisse erzählt, gedeutet und Teil des kollektiven Gedächtnisses werden. Weitere Projekte beschäftigen sich unter anderem mit Demokratie, gesellschaftlicher Teilhabe, Frauen im Widerstand, regionaler Erinnerungskultur sowie dem Verhältnis von Tradition und Gegenwart.

Die communale 2026 holt Geschichte aus den Büchern an jene Orte zurück, an denen sie sich ereignet hat. Sie lädt die Menschen dazu ein, sich mit Mut, Widerstand und gesellschaftlicher Verantwortung auseinanderzusetzen. Damit wird aus dem Erinnern ein gemeinsamer Blick auf unsere Gegenwart und Zukunft“, so Landeshauptmann Stelzer und Landesrätin Langer-Weninger abschließend.

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