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LH Stelzer/LR Steinkellner: Summerauerbahn ausgeschlossen vom Zielnetz 2040 – Land OÖ fordert Überdenken

Seit über 30 Jahren werden Forderungen zum Ausbau der Summerauerbahn nicht gehört! Attraktivierung der Summerauerbahn ist wichtiger Schritt zur europäischen Vernetzung. Gefordert sind Initiativen, um Aufnahme in die TEN-T-Kernnetze zu erwirken.

Das österreichische Klimaministerium (BMK) und die ÖBB stehen vor einer wichtigen Entscheidung bezüglich der Summerauerbahn, einem Schlüsselprojekt im europäischen Eisenbahnnetz. Die langfristigen Ausbaustrategien für die Eisenbahninfrastruktur in Österreich werden im Zielnetz 2040 abgebildet. In enger Abstimmung war das Land OÖ in die Planungsprozesse hinsichtlich des Zielnetzes 2040 eingebunden. Die Hoffnung, dass die Summerauerbahn eine deutliche Aufwertung erlebt, war auch durch ein Statement von Bundesministerin Leonore Gewessler groß: „Das Klimaschutzministerium wird gemeinsam mit den ÖBB Untersuchungen für den Ausbau der Summerauerbahn zu einer Hochleistungsstrecke starten. Zweieinhalb Stunden von Linz in die tschechische Hauptstadt Prag – das geht und das ist unsere Vision.“

Entgegen dieser vielversprechenden Vision von Bundesministerin Leonore Gewessler, die Summerauerbahn zu einer Hochleistungsstrecke auszubauen und dadurch die Reisezeit zwischen Linz und Prag auf 2,5 Stunden zu reduzieren, verkündete die Ministerin heute Gegenteiliges. Im Rahmen einer Pressekonferenz zum Zielnetz 2040 gab man bekannt, dass die Summerauerbahn nicht in das Zielnetz 2040 integriert wird. „Seit über 30 Jahren wird vehement der Ausbau der Summerauerbahn gefordert, doch das Setzen aktiver Maßnahmen blieb jeher aus. Besonders in einem zusammenwachsenden Europa bestehen enorme Nutzenpotentiale für diese wichtige Verbindung“, unterstreichen Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer und Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner die europäische Schlüsselrolle der Summerauerbahn.

TEN-T-Kernnetz Korridor

Das TEN-T-Kernnetz ist ein transeuropäisches Eisenbahnverkehrsnetz, welches die wirtschaftliche Vernetzung Europas stärkt. Derzeit führen bereits vier TEN-Korridore durch Österreich. Im aktuellen Netz fehlt im alpinen Bereich allerdings eine direkt querende Verbindung zwischen dem Südosten Europas und dem europäischen Zentralraum. Besonders große Potentiale gibt es hier für die Summerauerbahn in Kombination mit der Pyhrnbahn. Diese Achse wäre für den Personenverkehr sowie den schweren Güterverkehr zwischen den Balkanländern und dem europäischen Zentralraum prädestiniert. Eine moderne Eisenbahnachse mit der europäischen Vernetzung zwischen Berlin–Prag–Linz–Graz–Koper würde Europas Nord-Westen enger mit dem Balkan und der Schwarzmeer-Region verbinden und effiziente Handelsströme fördern.

„Die Summerauerbahn nicht ins Zielnetz 2040 aufzunehmen, ist der falsche Zugang. Zum einen brauchen wir sie als Regionalbahn, denn nur mit attraktiven Alternativen können wir Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen. Zum anderen gibt es im überregionalen Verkehrsnetz enorme Potenziale, diese sollte man nicht ungenutzt lassen.“

Die Tschechische Republik hat bereits erste Akzente gesetzt, indem der Ausbau einer 160 km/h Hochgeschwindigkeitsstrecke Nord-Süd-Verbindung bis nach Budweis festgelegt wurde. Der Ausbau von Budweis in Richtung österreichischer Staatsgrenze wurde mit der Begründung, dass Österreich keine infrastrukturellen Geschwindigkeitsausbauten vornimmt, nicht weiterverfolgt. Auf österreichischer Seite hingegen wird argumentiert, dass die Tschechische Republik keine weiteren Maßnahmen setzt und deshalb der Ausbau der Summerauerbahn nicht zielorientiert sei.

„In einem zusammenwachsenden Europa sollten gemeinsame Anstrengungen erfolgen, um mit vereinten Kräften die Aufnahme der Summerauer- und Pyhrnbahn in das TEN-T-Kernnetz zu erwirken. Damit würde nicht nur eine weitere Schlüsselverbindung des öffentlichen Verkehrs durch Oberösterreich führen, sondern auch zukunftsfähige Strukturen für den Güter- und Personenverkehr geschaffen. Davon profitieren die Regionen, das Land OÖ und Europa“, so Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner.

Die mögliche Neubaustrecke von Wels zur bayerischen Staatsgrenze und der Weiterführung nach München, der 2-gleisige Ausbau bis Micheldorf auf der Pyhrnbahn und der Ausbau der Knoten Selzthal und St. Michael sind erfreulich. Dennoch bedarf es einer dringenden Stärkung der Nord-Süd-Relationen. Hierfür ist die Aufnahme der Summerauer- und Pyhrnbahn in die TEN-T-Kernnetze absolut prioritär.

Rasche Entscheidungen von großer Wichtigkeit

Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine transnationale Koordination und Lobbyarbeit erforderlich. Die zuständige Ministerin ist gefordert, rasche und entschlossene Schritte in dieser Angelegenheit zu unternehmen. Diese Entscheidungen haben weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Verkehrsplanung in der Region.

„Nun ist es höchste Zeit, den Ausbau der Summerauerbahn mit einer schnellen und effizienten Streckenführung zu planen. Es ist Aufgabe des Bundesministeriums die Versprechen, welche man äußerte, auch einzuhalten. Nur so kann der angestrebte Umstieg auf klimafreundliche Mobilität und die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene Wirklichkeit werden“, so LH Stelzer und LR Steinkellner abschließend.

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