Im Rahmen der heutigen Sitzung des oberösterreichischen Religionsbeirates stand die OÖ Hausordnung – das „kleine 1×1 des Zusammenlebens“ – im Mittelpunkt des Austausches mit den Vertreterinnen und Vertretern der Religionsgemeinschaften. Dabei wurde ausdrücklich betont, dass Religionsfreiheit ein selbstverständlicher Teil einer offenen Gesellschaft seien. Gleichzeitig brauche es aber klare Grenzen gegenüber extremistischen, demokratiefeindlichen oder integrationsablehnenden Strömungen innerhalb einzelner Glaubensgemeinschaften.
„Oberösterreich ist ein offenes Land, in dem Menschen mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen ihren Platz haben. Entscheidend ist aber, dass wir auf einer gemeinsamen Wertebasis stehen: Respekt, Rechtsstaatlichkeit, Gleichberechtigung und Verantwortung füreinander. Diese gemeinsamen Regeln sind die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben.“
Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer
„Religionsfreiheit endet dort, wo Extremismus, Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus oder die Ablehnung unseres Rechtsstaates beginnen. Gerade deshalb braucht es klare Regeln und eine gemeinsame Wertebasis für das Zusammenleben in Oberösterreich. Die OÖ Hausordnung soll hier Orientierung geben und klarstellen, was in unserem Bundesland gilt – und was nicht. Mit der Regel 12 der OÖ Hausordnung „Religion gibt Halt und Orientierung – aber keine Religion steht über dem Gesetz“ haben wir das ausdrücklich festgehalten. Extremistische Ausrichtungen und radikale Parallelgesellschaften sind Gift für unser Zusammenleben. Es darf keine Toleranz gegenüber demokratiefeindlichen oder integrationsverweigernden Strukturen geben – unabhängig davon, unter welchem religiösen oder ideologischen Deckmantel sie auftreten. Wer in Oberösterreich lebt, hat sich an unsere gemeinsamen Regeln und Werte zu halten.“
Integrationslandesrat Dr. Christian Dörfel
Religionsgemeinschaften erreichen viele Menschen unmittelbar im Alltag und tragen große Verantwortung für das gesellschaftliche Klima. Daher wurden sie im Rahmen der Sitzung ausdrücklich ersucht, bei der weiteren Ausrollung der OÖ Hausordnung zu unterstützen.
Historische Bauernkriege als Mahnmal
Im Rahmen der Sitzung wurde auch auf die „communale oö 2026“ verwiesen, die sich den historischen Bauernkriegen widmet. Die damaligen Konflikte zeigen, welche Folgen Intoleranz und gesellschaftliche Spaltung haben können. Die Mitglieder des Religionsbeirats wurden aufgerufen dazu passende Beiträge zu übermitteln, welche in einer Broschüre mit dem Titel „Konflikt im Namen der Religion – historische Erfahrungen und aktuelle Verantwortung“ zusammengefasst wurden. Diese Broschüre kann unter www.land-oberoesterreich.gv.at downgeloadet werden.
Der oberösterreichische Religionsbeirat dient als Plattform für den Austausch zwischen dem Land Oberösterreich und den anerkannten Religionsgemeinschaften. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts, des interreligiösen Dialogs sowie aktuelle gesellschaftspolitische Herausforderungen.





