“Oberösterreich steht an der Seite der Ukraine“
Am vierten Jahrestag des Beginns des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat Landeshauptmann Thomas Stelzer am Dienstag den Gouverneur der ukrainischen Region Odesa Oleg Kiper und seine Delegation in Linz empfangen. Der Besuch unterstreicht die Solidarität Oberösterreichs mit der Ukraine und den gemeinsamen Willen, die Zusammenarbeit und Partnerschaft weiter zu vertiefen. Dass dieses Treffen bereits zweimal aufgrund aktueller Kriegsgeschehnisse abgesagt werden musste und nun beim 3. Versuch erst klappt, zeigt einerseits die Dramatik der Lage in der Ukraine. Andererseits ist es auch eine Ehre und Auszeichnung, dass Gouverneur Kiper nun in Oberösterreich zu Gast ist.
„Vier Jahre Krieg zeigen: Solidarität darf nicht nachlassen. Gerade an diesem Jahrestag geht es nicht nur um Erinnerung, sondern auch um Verantwortung. Oberösterreich steht klar an der Seite der Ukraine – nicht nur mit Worten, sondern mit konkreter Hilfe und verlässlicher Partnerschaft“, betont Landeshauptmann Thomas Stelzer. Für die Unterstützung bedankte sich auch Gouverneur Oleg Kiper und betonte: „Wir haben in den Gesprächen den Blick in die Zukunft gerichtet und auf Perspektiven der Zusammenarbeit beim Wiederaufbau.“
Oberösterreich steht seit Beginn des Krieges verlässlich an der Seite der Ukraine. Diese Solidarität zeigt sich in konkreter Hilfe – von medizinischer und technischer Unterstützung über humanitäre Maßnahmen bis hin zur Unterstützung von Gemeinden und Erholungsaufenthalten für ukrainische Kinder. Die humanitäre Hilfe bleibt auch weiterhin ein zentraler Bestandteil der Partnerschaft.
Ein wichtiger Meilenstein ist das im Juni 2025 unterzeichnete „Memorandum of Understanding“ zwischen Oberösterreich und der Region Odesa. Es bildet die Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit unter anderem in Wirtschaft, Infrastruktur, Energie, Innovation, Bildung, Klimaschutz und Gesundheit. „Aus Solidarität entsteht Zusammenarbeit, aus Zusammenarbeit entsteht Zukunft. Die Partnerschaft mit der Region Odesa ist ein konkreter Beitrag, um Perspektiven zu schaffen und den Wiederaufbau Schritt für Schritt voranzubringen“, so Stelzer.
Als wichtiger Hafen- und Wirtschaftsstandort kommt der Region Odesa eine zentrale Rolle beim Wiederaufbau der Ukraine zu. „Der Wiederaufbau der Ukraine ist eine Aufgabe von europäischer Dimension. Oberösterreich bringt dabei Know-how, unternehmerische Stärke und Verantwortung ein – als Industrie- und Technologiebundesland und als verlässlicher Partner“, betont der Landeshauptmann.
Auch aus Sicht der Wirtschaft bietet die Partnerschaft großes Potenzial. „Der Wiederaufbau der Ukraine ist nicht nur eine humanitäre und politische Aufgabe, sondern eröffnet auch konkrete Chancen für die heimische Wirtschaft. Die Wirtschaftskammer unterstützt österreichische Unternehmen auf vielen Ebenen dabei, ihre Expertise einzubringen. Über das Außenwirtschaftscenter Kyjiw und den Ukraine Servicepoint schaffen wir gezielte Vernetzung, liefern Informationen zu Projekten, Ausschreibungen, Finanzierung und Förderungen und begleiten Betriebe persönlich bei ihrem Engagement. Ziel ist es, österreichisches Know-how wirksam in den Wiederaufbau einzubringen und zugleich nachhaltige wirtschaftliche Partnerschaften aufzubauen. Gerade in Bereichen wie Infrastruktur, Energie, Bauwesen oder kommunale Dienstleistungen sind österreichische Unternehmen international anerkannt. Mit dieser gebündelten Unterstützung wollen wir den Einstieg erleichtern und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe bei Wiederaufbauprojekten gezielt stärken“, hält WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer fest.
Thomas Bründl, Präsident der Industriellenvereinigung OÖ, ergänzt: „Die Region Odessa ist ein strategisch bedeutender Wirtschaftsraum mit starkem Hafen-, Logistik- und Industrieprofil. Für den Wiederaufbau braucht es leistungsfähige Infrastruktur, resiliente Energie- und Versorgungssysteme sowie moderne Industrie- und Umwelttechnik. Genau hier bringen die industriellen Stärkefelder Oberösterreichs – vom Maschinen- und Anlagenbau über Werkstoffe, Bauwirtschaft und Logistik bis zur Energie- und Umwelttechnik – ein komplementäres Kompetenzprofil ein. Oberösterreichische Unternehmen können nicht nur Produkte liefern, sondern integrierte, exporterprobte Systemlösungen von der Planung bis zur Inbetriebnahme und Qualifizierung vor Ort anbieten. Damit leisten wir einen nachhaltigen und partnerschaftlichen Beitrag zum Wiederaufbau der Region Odesa.“
Der Wiederaufbau der Ukraine wird eine der größten wirtschaftlichen und infrastrukturellen Aufgaben Europas in den kommenden Jahren sein. Oberösterreich möchte dabei nicht nur unterstützend, sondern aktiv als starke Partnerregion mitwirken. Oberösterreichische Unternehmen verfügen über international anerkanntes Know-how – etwa im Maschinen- und Anlagenbau, in der Energie- und Umwelttechnologie, in der Bauwirtschaft und Infrastruktur, in Logistik und Transport sowie in Digitalisierung und industrieller Innovation. Viele Betriebe sind bereits seit Jahren in der Ukraine tätig und bringen wertvolle Erfahrung ein. Ziel ist es, dieses Know-how zu bündeln, konkrete Projekte vorzubereiten und die wirtschaftliche Kooperation weiter auszubauen.


